Virtuosen auf 88 Tasten


USTER. Die 1. internationale Boogie Night Uster war geprägt von Stars der Boogie-Woogie-Musik. Davon profitierte das Publikum, das den Saal des Wagerenhofs bis auf den letzten Platz füllte.

RENATO BAGATTINI

Vielleicht erinnern sich viele zurück: in 20 oder noch mehr Jahren. Ja, weisst du noch, damals im Wagerenhof-Saal, als alles begonnen hat? Was die Zukunft auch bringen mag: Wer an die 1. inter- nationalen Boogie Night nach Uster gekommen ist, wird diese so schnell nicht vergessen. Das kleine, aber äus- serst feine Festival lebte von einer dich- ten Präsenz und von Charakteren des Genres, das für einmal deutlich zeigte, wie vielfältig sich der Boogie-Woogie- Sound präsentieren kann.

Eis rasch gebrochen

Die Jam-Session im zweiten Teil war dann so etwas wie das Supplement und bestätigte, was Pianist Christoph Stein- bach schon im ersten Konzertteil ver- kündete: Das sei das Gute an dieser Mu- sik, ein Blickkontakt und schon wisse man, was zu spielen sei. Das reichte na- türlich längst nicht aus, um ein sponta- nes Zusammenspiel auf hohem Niveau zu garantieren. Gutes Handwerk und eine gewisse Musikalität gehören da schon auch dazu. Dann lassen sich die drei Akkorde, aus der der Boogie-Woo- gie gewöhnlich besteht, zu eruptiven Klanggebilden zusammenschweissen.

Doch wie klangen denn diese Künst- ler an den 88 Tasten als Einzelmasken respektive als Zweierkisten? Die Piano- Brothers, also Marcel und Heinz Brun- ner, machten den Anfang und heizten gleich einmal tüchtig ein. Vier Hände zaubern mehr Töne aus den Flügeln als nur zwei, wird sich der Veranstal- ter, der Ustermer Chris Conz, wohl gedacht haben. Jedenfalls war das Eis im Publikum schnell gebrochen.

Mitreissende Show

Als dann der Oberländer Hamp Goes Wild auftrat, war die Hölle vollends los. Schon zu diesem Zeitpunkt war es klar: Boogie-W